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Am 5. und 6. April wiederholte der mexikanische Präsident Andres Manuel Lopez Obrador in seinen Reden, daß das „neoliberale“ Wirtschaftssystem der vergangenen Jahrzehnte gescheitert ist. Der Beweis dafür sei die anhaltende Coronavirus-Pandemie, und deswegen müßten neue politische Maßnahmen ergriffen werden. Obrador verwies in seiner Rede zur Lage der Nation am 5. April sowie am darauffolgenden Tag in seiner Pressekonferenz auf Franklin Delano Roosevelts Modell der wirtschaftlichen Entwicklung.
In seiner Rede zur Lage der Nation sprach Lopez Obrador über die momentane Situation des mexikanischen Gesundheitswesens, welches 6425 Intensivbetten mit Beatmungsgeräten und Personal bereitstellt. Hinzu kommen 1399, die die Armee vorbereiten soll. Das sind etwas mehr als 7800 Intensivbetten – für 128 Millionen Menschen.
Es wurden bereits 5000 weitere Beatmungsgeräte bestellt, aber es fehlen Intensivmediziner dafür, das sei das eigentliche Problem. In Mexiko mangelt es grundsätzlich an Ärzten. Lopez Obrador betonte: „Wir bräuchten in einer solchen Pandemie 10.000 Intensivmediziner, haben aber jetzt nur 1000 zur Verfügung... Das ist das Ausmaß der gescheiterten neoliberalen Politik. Dies ist eines der häßlichsten Resultate der Politik, die seit 36 Jahren betrieben wurde.“
Er betonte: „Mich überrascht, daß es Menschen gibt..., die dieses neoliberale System verteidigen, obwohl alle glasklar dessen Scheitern sehen können. Es geht hier nicht um ideologische oder politische Fragen... Warum haben wir keine Ärzte? Warum haben wir keine Spezialisten?“
In seiner Pressekonferenz am folgenden Tag wies Lopez Obrador auf die beiden heute existierenden, gegensätzlichen Paradigmen hin:
„Wir überlegen, wie das zukünftige System aussehen sollte..., denn das, was ich sehen kann, ist ein sich selbst zerstörender Neoliberalismus, was sich gegenwärtig durch das Coronavirus beschleunigt...
Wie ist es möglich, daß die Pandemie so große wirtschaftliche und soziale Folgen für uns hat? Unter anderem hat man soziale Investitionen gestoppt und das Gesundheitswesen privatisiert. Es gibt heutzutage Länder, die das Gesundheitswesen ganz privatisiert haben. Die dort lebende Bevölkerung trifft es am schwersten.“
Lopez Obrador fuhr fort: „Die Vorstellung, immer weiter nach Schema F die alten Wege gehen zu wollen, ist absurd. Es muß Veränderungen geben. Was hat Präsident Roosevelt in einer solchen Situation getan? Er hat in die Wirtschaft investiert und sie so wiederbelebt. Es gab Arbeit und einen Mindestlohn für alle, besonders für die jungen Menschen. Die ganze Bauindustrie wurde dadurch wiederbelebt. So wurden die Vereinigten Staaten wieder zu einer wirtschaftlich starken Nation, so gab er seinem Volk Ruhe und Glück zurück... Warum sollten wir es heute nicht genauso machen?“
eir